Mallorca Zeitung, 10.08.2001:
Am 10.08.2001 erschien
in der Mallorca-Zeitung ein Artikel unter der Rubrik Körper und
Seele mit der Überschrift "Augenrollen gegen die Angst". Dieser
Artikel wird hier auszugsweise wiedergegeben.
..."Die Behandlung wurde
von den amerikanischen Psychologen Roger J. Callahan, der heute
im californischen Indian Wells arbeitet, (...) entwickelt. Der Grund
dafür war im wesentlichen die Ohnmacht der Therapeuten, Vietnam-Veteranen
von den Folgen ihrer Kriegserlebnisse zu kurieren. Sie litten an
häufig auftretenden Alpträumen, waren schreckhaft, durchlebten Phasen
von heftiger Wut, Verzweiflung und Verwirrung. Diese Syndrome werden
als "posttraumatische Stressstörung" bezeichnet.
Die Methode, die der
US-Pionier zur Behandlung der ehemaligen Soldaten einsetzte, basiert
im wesentlichen auf den Erkenntnissen der Kinesiologie. Das ist
die jahrtausende alte Entdeckung der Chinesen, dass der menschliche
Körper ein Energiesystem besitzt, welches bestimmten Bahnen folgt.
Diese werden Meridiane genannt. 12 solcher Hauptkanäle durchziehen
den Leib, von dem jeder ein bestimmtes Organ passiert. Zwei übergeordnete
Meridiane fungieren als "Energiespeicher". Sie verlaufen an der
Vorder- und Rückseite des Körpers und treten in das Gehirn ein.
Dieses Wissen ist in
die so genannte "Energetische Psychologie", zu deren Vertretern
Callahan gehört, geflossen. Experten dieses relativ neuen Fachgebietes
gehen zum einen davon aus, dass Gedanken oder Emotionen, wie alle
physiologischen Prozesse im Organismus, in diesem Energiesystem
in Form von elektromagnetischen Feldern existieren und gespeichert
werden. Auf der anderen Seite vermuten sie, dass traumatische Erlebnisse
die empfindsamen inneren "Stromleitungen" erheblich stören. Zusätzlich
blockieren die ständigen Erinnerungen daran den Energiefluss. Diese
Unterbrechung kann ihrer Ansicht nach psychische Symptome, wie Angst,
Depression oder negative Gefühle von Schuld, Scham, Ärger oder Kummer,
verursachen. Genau da setzt diese Methode an. "Das Neue an der Behandlung
ist, dass nicht das zugrunde liegende Trauma therapiert wird, sondern
die Energieblockade." erläutert Psychologe Franke.
Das geschieht folgendermaßen:
In einem Gespräch versucht der Psychologe zunächst, gemeinsam mit
dem Betroffenen eine der zentralen Ängste herauszufinden. Dann wird
der Patient aufgefordert, diese auf einer Skale von 0 - 10 zu bewerten,
wobei letztere Ziffer bedeutet, dass die Furcht sehr groß ist. Danach
beginnt der Therapeut, seinem Patienten mit den Fingern auf bestimmte
Endpunkte der Meridiane auf dem Brustbein, im Gesicht sowie auf
dem Handrücken und den Fingern zu klopfen. Währenddessen soll dieser
seine Aufmerksamkeit auf die vorherrschende Angst lenken und diese
wiederholt formulieren. Das kann bei einer bestehenden Flugangst
der Satz sein: "Meine Angst vor dem Fliegen."... Die Augen müssen
nacheinander nach rechts oder links unten bewegt, sowie im Uhrzeigersinn
als auch dagegen im Kreis gerollt werden. Lieder werden gesummt,
es wird gezählt und wieder gesummt. "Viele haben nach diesem ersten
Durchgang die emotionale Verbindung zu dem belastenden Erlebnis
verloren," berichtet Franke. "Es ist fast so, als sei es ausgelöscht."
In der Regel stufen die Klienten jetzt schon die Stärke ihrer momentanen
Angst viel niedriger ein als zuvor. Zum Schluss werden die Behandlungsschritte
noch einmal wiederholt. "Bei den meisten ist die Furcht dann völlig
weg," sagt der Therapeut. Eine junge Patientin mit Flugangst habe
schon nach einer einzigen Stunde ohne Probleme in den Flieger steigen
können. Während der Reise "ging es ihr prima".
Eine andere Frau, die
jedes Mal mit Panikanfällen reagierte, so wie sie mit dem Wagen
auf eine Autobahn fuhrt, konnte diese Anforderung nach einer Sitzung
ohne Schwierigkeit bewältigen. Durch das vielleicht erst einmal
etwas kurios anmutende Vorgehen soll die Energieblockade sozusagen
mittels Stimulierung einiger Endpunkte der Meridiane aufgelöst werden.
Die damit einhergehenden Ängste verschwinden. Die Augenbewegungen
dienen dazu, alle Hirnareale zu aktivieren und sie mit dem Klopfen
zu erreichen. "Die verstopften Kanäle werden sozusagen freigepustet,"
erläutert Franke. Mittels Summen und Zählen soll das Gleichgewicht
zwischen der linken, Sitz des Rationalen, und der rechten Gehirnhälfte,
in der die Kreativität angesiedelt ist, wiederhergestellt werden.
Die Palette der mit diesem Verfahren zu
behandelnden Beschwerden ist weit gefasst. Sie reicht von den bereits
beschriebenen Phobien über Essstörungen, Asthma, Gewichtsproblemen,
über Depressionen und den Folgen sexuellen Missbrauchs und anderen
Gewalteinflüssen bis hin zum Nikotin-, Alkohol- und Drogenentzug.
Denn hinter allem steckt oftmals Angst. In der Regel ist eine einmalige
Behandlung, die etwa eine Stunde währt, nötig. Menschen mit schwerwiegenden
Problemen müssen mehrere Sitzungen einkalkulieren. "Wie bei einer
Zwiebel werden die Ängste Schale für Schale abgetragen und behandelt,"
erklärt Psychologe Franke...." |
 |
Mallorca
Magazin, 08.02.2002:
Mit Klopfen die Angst Verscheuchen - Von Sabine Schmöller
Ich konnte den Gedanken
nicht loswerden, dass sie mit einem anderen Mann schläft. Ich war
besessen von dieser Vorstellung", so gibt Michael Schmitz seine
Gefühle nach der Trennung von seiner Ehefrau wieder. Mit der gängigen
Vorstellung von Liebeskummer hatten seine Emotionen nichts zu tun:
"Ich war gefangen in meinem Schmerz. Eine tiefe Angst, von allem
und jedem verraten und verlassen zu werden, hatte mich ergriffen."
Inzwischen ist er geheilt. Vor drei
Wochen besiegte er seine Ängste mit einer modernen Therapie, die
Diplom-Psychologe Rainer Franke auf Mallorca anwendet. Schmitz:
"Ich fühle mich frei, ich lebe wieder."
In den eineinhalb Jahren
seines Leidens probierte der 30-Jährige viele Therapien: "Die psychologischen
Sitzungen waren erfolglos. Verständlich, denn ich wollte nur hören,
dass sie wieder zurückkommt." Die Trennung hatte bei ihm Verlassensängste
aus der Kindheit heraufbeschworen. Schmitz Angstgefühle steigerten
sich nun ins Uferlose. Franke erklärt: "Angstzustände können den
Organismus lähmen und Depressionen auslösen."
Während Franke früher
herkömmlich praktizierte, wendet er seit einem Jahr eine aus der
energetischen Psychologie heraus entwickelte Therapie an. Der Grund:
"Psychologische Ursachenforschung bringt bei vielen Patienten zu
wenig. Die Symptome verschwinden nicht, wenn der Grund dafür gefunden
wird. Außerdem zwingt man die Menschen häufig unnötig dazu, sich
noch einmal dem Erlebten auszusetzen."
Franke erklärt den Ansatz
der energetischen Psychologie: "Sie geht davon aus, dass sich ein
komplexes System von Energiekreisläufen über den ganzen Körper erstreckt.
Diese Meridiane oder Kanäle werden blockiert, wenn der Mensch ein
Trauma erfährt. Die Energie kann nicht mehr frei fließen."
Diesen Mechanismus beschreibt
er mit einem Vergleich: "Wenn man eine Datei mit Anhang vor sich
hat, kann man beide gleichzeitig öffnen. Die Datei sind die gespeicherten
Erlebnisse, der Anhang die damit verbundenen Gefühle. Mit diesem
Verfahren kann ich erreichen, dass sich die Menschen an das Ereignis,
das das Trauma ausgelöst hat, erinnern, aber die Gefühle von damals
nicht mehr hochkommen. Der Anhang geht nicht mehr auf."
Für die Befreiung von
der Angst, aber auch von Depressionen oder Schuldgefühlen, beraumt
er nur eine Sitzung an: "Die meisten sind nach 90 Minuten geheilt."
In dieser kurzen Zeit will er es schaffen, die Blockaden zu lösen.
Während er gleichzeitig die - bei jeder Art von Krankheit - gleichen
Meridianpunkte mit seinen Fingerspitzen klopft, muss der Patient
in einer bestimmten Folge Sätze nachsprechen, ein Lied summen, bis
sieben zählen und in eine bestimmte Richtung mit seinen Augen rollen.
Das klingt seltsam, doch jede der Übungen hat Sinn und Zweck: "Durch
die Sätze werden energetische Felder im Gehirn aufgebaut, der Patient
muss sich auf sein Problem konzentrieren."
Gleichzeitig klopft Franke
die Meridian-Punkte ab, die in Verbindung mit den jeweiligen Gehirnfeldern
stehen, die während des Verfahrens angesprochen werden. Beim Summen
wird die rechte Gehirnhälfte angesprochen, beim Zählen die linke:
"So bekomme ich Zugang zu allen Bereichen."
Eine Konfrontation mit
einer angst auslösenden Situation ist nicht nötig: "Wir können immer
in der Praxis bleiben. Wenn jemand eine Schlangenphobie hat, braucht
er die Schlange nur zu visualisieren und ich kann die Technik anwenden."
Wenn es aber gewünscht
wird, therapiert Franke "live". Beispiel: Tiefenangst. Eine Patientin
schildert ihre Erfahrung: "Ich beugte mich über den Abgrund und
beschrieb meine Angst, in die Tiefe gezogen zu werden, auf einer
Skale von eins bis zehn mit acht. Dann musste ich Sätze nachsprechen,
wie ,Ich liebe mich, auch wenn ich die Angst vor der Tiefe verliere'.
Nach Summen und Zählen - Franke beklopfte unentwegt verschiedene
Punkte an den Armen und am Kopf - konfrontierte ich mich, während
er in Reichweite blieb, erneut mit der Situation. Ich konnte in
die Tiefe blicken, ohne die sonstige Beklemmung zu fühlen, ohne
diesen schrecklichen Sog zu verspüren. Auf der Skala lag ich im
Anschluss auf zwei."
Nicht immer führt das sofort zum Erfolg.
Die Patientin: "Ich suchte alleine eine angst auslösende Stelle
auf. Nach ein paar Minuten kamen diese furchtbaren Gefühle wieder.
Doch ich blieb nicht in der gewohnten Erstarrung, sondern konnte
den Ort eigenständig verlassen. Schon allein, dass ich mir überhaupt
zutraute, mich der Situation auszusetzen, ist toll." Franke: "Manchmal
ist einmal Nachklopfen nötig." |